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Bericht

Monatsbericht Januar – Februar

Starkregen über Malealea
Starkregen über Malealea

Der Januar war für mich einer der ereignisreichsten Monate seit meiner Ankunft in Lesotho. Viele Projekte, die in den vergangenen Monaten vorbereitet wurden, zeigten nun erste sichtbare Erfolge. Besonders die Entwicklung des Gartens und der Start des Bienenprojekts waren prägende Erfahrungen. Gleichzeitig brachte die anhaltende Regenzeit neue Herausforderungen mit sich, sowohl für die Arbeit als auch für unsere Wohnsituation.

Wuchs nach ungefähr einem Monat
Wuchs nach ungefähr einem Monat

Zu Beginn des Monats konnte ich die ersten größeren Erfolge im Garten beobachten. Die Kürbispflanzen entwickelten sich hervorragend und breiteten sich über große Teile der Beete aus. Auch der Mais wuchs schnell und erreichte bereits eine beachtliche Höhe. Darüber hinaus konnten die ersten Zwiebeln und Roten Beten geerntet werden.

Es erfüllte mich mit großem Stolz zu sehen, wie erfolgreich sich der Garten entwickelt hat. Als ich das Projekt übernommen hatte, war die Fläche weitgehend ungenutzt und vernachlässigt. Besonders erfreulich war für mich, dass die Methoden der Conservation Agriculture, die ich angewendet habe, trotz anfänglicher Skepsis sehr gute Ergebnisse lieferten.

Das Konzept steht in deutlichem Gegensatz zum hier üblichen Open Plotting, bei dem große Flächen regelmäßig umgepflügt werden. Die sichtbaren Erfolge haben gezeigt, dass alternative Anbaumethoden auch unter den Bedingungen im Malealea Valley funktionieren können.

Für die Entwicklung des Gartens erhielt ich viel positives Feedback, insbesondere von meinem Projektleiter Khotso, dessen Anerkennung mich sehr gefreut hat.

Gleichzeitig kam es zu einer Meinungsverschiedenheit mit einer Mitarbeiterin des MDT. Sie schlug vor, einen Traktor einzusetzen, um die Fläche weiter aufzulockern. Da dies aus meiner Sicht die Bodenstruktur verschlechtert und die bereits angelegten Hochbeete beschädigt hätte, sprach ich mich dagegen aus. Die Situation zeigte mir, dass unterschiedliche Vorstellungen von Landwirtschaft bestehen können und dass es wichtig ist, Argumente sachlich zu vertreten.

Die Landschaft präsentierte sich durch die Regenzeit in ihrer schönsten Form. Überall blühte und wuchs es, und die Temperaturen waren trotz des Sommers meist angenehm.

Außerdem entstand im Laufe der Zeit eine freundschaftliche Beziehung zu Jackie, der Besitzerin der Lodge.

In der zweiten Woche fuhren Radik und ich gemeinsam mit Khotso nach Bloemfontein in Südafrika, um die Ausrüstung für das geplante Bienenprojekt zu beschaffen. Die Reise verlief unkompliziert, nicht zuletzt weil Khotso an den Grenzübergängen und in vielen Behörden offenbar zahlreiche Kontakte hat. Es war beeindruckend zu sehen, wie viele Menschen ihn kennen und schätzen.

Vor dem Wildbienennest
Vor dem Wildbienennest

Kurz nach unserer Rückkehr begann die praktische Arbeit. Gemeinsam mit Mitarbeitenden des Ministeriums für Forstwirtschaft und mit der Zustimmung von Jackie entfernten wir ein Wildbienennest aus einer Gebäudewand. Dabei wurde Honig geerntet und die Kolonie in einen Bienenkasten umgesiedelt.

Nest komplett umgesiedelt
Nest komplett umgesiedelt

Die Arbeit erwies sich als deutlich anspruchsvoller als erwartet. Besonders überrascht war ich darüber, dass einige der beteiligten Fachkräfte nur begrenzte praktische Erfahrung mit Bienen hatten.

Im Verlauf des Tages arbeitete ich schließlich bis spät in die Nacht weiter, um die Umsiedlung erfolgreich abzuschließen. Erst gegen Mitternacht waren die Bienen sicher in ihrem neuen Kasten untergebracht.

Honig:)
Honig:)

Währenddessen verschlechterte sich die Wettersituation zunehmend. Die Regenfälle wurden immer intensiver und erreichten teilweise ein Ausmaß, das ich zuvor noch nie erlebt hatte. Besonders beeindruckend war ein Sturm mit Hagelkörnern von ungefähr Golfballgröße.

Die ohnehin bestehende Problematik unseres Hauses verschärfte sich dadurch deutlich. Wasser drang weiterhin durch Dach und Wände ein, sodass Teile der Wohnung dauerhaft feucht waren. Obwohl bereits Reparaturarbeiten durchgeführt worden waren, zeigten diese nur begrenzte Wirkung.

Mit der Zeit wurde es schwieriger, optimistisch zu bleiben, da sich die Situation trotz vieler Gespräche kaum verbesserte.

In der dritten Woche führte uns Khotso zur National University of Lesotho, wo sich ein weiteres Wildbienennest in einem alten Traktorreifen befand. Die Bergung stellte sich als deutlich schwieriger heraus als die vorherige Umsiedlung.

Wildbienennest an der Universität
Wildbienennest an der Universität

Zunächst musste ein ausreichend großes Loch in den Reifen geschnitten werden, um überhaupt an das Nest zu gelangen. Mit etwas Glück gelang es mir jedoch relativ schnell, die Königin zu finden und in die vorbereitete Bienenbox zu setzen. Wenig später folgte der Großteil der Kolonie.

Die beiden Bienenvölker brachte ich zunächst auf der Teaching Farm von Africa’s Gift unter. Dort stellte sich jedoch schnell ein neues Problem heraus: Die Umgebung war von zahlreichen Ameisennestern durchzogen, wodurch die Bienenstöcke gefährdet waren.

Ich versuchte zunächst, die Ameisen durch Paraffinöl und später auch Spiritus von den Kästen fernzuhalten. Diese Maßnahmen erwiesen sich jedoch nur als kurzfristige Lösung, weshalb ich begann, nach einem geeigneteren Standort für die Bienenvölker zu suchen.

Ein besonderes Highlight des Monats war die Gelegenheit, Letsie III persönlich zu treffen.

König Letsie III
König Letsie III

Lesotho ist eine konstitutionelle Monarchie, wodurch der König vor allem eine repräsentative Rolle einnimmt. Umso überraschender war für mich, wie unauffällig er im persönlichen Kontakt wirkte. Gleichzeitig wurde seine Bedeutung durch die große Anzahl an Sicherheitskräften, Reitern und Militärbegleitung deutlich.

Im Rahmen der Veranstaltung hatte ich die Möglichkeit, gemeinsam mit ihm zu Abend zu essen und ihm von meinem Bienenprojekt zu erzählen. Er zeigte Interesse an unserer Arbeit und bedankte sich ausdrücklich für den freiwilligen Einsatz, den Radik und ich in Lesotho leisten.

Für mich war dies ein außergewöhnlicher Moment, den ich sicherlich nicht vergessen werde. Es ist nicht selbstverständlich, während eines Freiwilligendienstes die Gelegenheit zu erhalten, mit einem Staatsoberhaupt über eigene Projekte sprechen zu können.

Gekocht wurde für die königliche Familie mit den Eco Cookbags
Gekocht wurde für die königliche Familie mit den Eco Cookbags
Malealea-Band zum Besuch des Königs
Malealea-Band zum Besuch des Königs

Januar hat mir gezeigt, wie viel sich innerhalb weniger Monate entwickeln kann. Der Garten liefert erste Ernten, das Bienenprojekt ist gestartet und ich fühle mich in meiner Arbeit zunehmend sicher.

Besonders stolz macht mich, dass Projekte, die ursprünglich nur Ideen waren, inzwischen konkrete Ergebnisse hervorbringen. Trotz der Herausforderungen überwiegt für mich die Zufriedenheit. Ich habe das Gefühl, eigene Verantwortung übernehmen zu können. Die Anerkennung durch Khotso, die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnerorganisationen und die vielen positiven Begegnungen motivieren mich, die begonnenen Projekte weiterzuführen.

Rückblickend war dieser Monat eine Mischung aus harter Arbeit, neuen Herausforderungen und außergewöhnlichen Erfahrungen. Besonders die Entwicklung des Gartens, die ersten Schritte in der Imkerei und die Begegnung mit dem König werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.